Die Vorbereitungen zur Overwatch League laufen auf Hochtouren und gehen nun
in die heiße Phase über. Aber ist auch alles Gold was glänzt? Wir werfen einen
kritischen Blick auf die Overwatch League (OWL)

Vor knapp einem Jahr wurde die Overwatch League mit dem hochgesteckten Ziel, denOverwatch League
E-Sport zu revolutionieren, angekündigt. Seitdem ist es still um das Projekt geworden. Dies hielt jedoch weder Spieler noch E-Sport Organisationen davon ab, sich selbstständig um den Aufbau von Ligen und die Durchführung von Turnieren zu kümmern. Auf diese Weise entwickelten sich viele kleinere Ligen und diverse Turniere. Die bekanntesten Veranstalter hierunter dürften die Electronic Sports League (ESL) aus Köln und der südkoreanische Fernsehsender OnGameNet (OGN) sein.

Ein Ligensystem ohne Zukunft
Trotz regelmäßiger Events und bestehender Ligen können Sponsoren aufgrund ihrer
derzeitigen Struktur keine Kompensation ihrer eingesetzten Mittel erreichen. Dies erklärt,
warum mehr und mehr Investoren die Reißleine ziehen und von ihren Verträgen
zurücktreten.
Für Investoren stellt das Sponsoring eine Marketingmaßnahme dar, bei der sie sehr
genau auf Kosten und Nutzen achten müssen. Sponsoring ist für sie nur dann
interessant, wenn die eingesetzten Beträge durch gesteigerte Umsätze kompensiert
werden können.
Verträge Schuld an der Misere
Nate Nazer, Global Director of Overwatch, gab zur Erklärung, dass die Stille um die
Overwatch League dem Erstellen nötiger Verträge geschuldet sei. Zum jetzigen
Zeitpunkt sei dieses Problem überwunden und alles könne auf dem gewünschten Weg
ablaufen. Man könne sich nun vollends den Teams widmen und sie in der OWL
aufnehmen.
Trotz guter Aussichten könnte dieser Schritt jedoch für einige E-Sport Organisationen zu
spät kommen und es könnte sie das gleiche Schicksal ereilen, wie es bereits
REUNITED getroffen hat. Die Organisation musste noch im ersten Quartal 2017, nur
etwa ein Jahr nach ihrer Gründung, die Türen schließen, da es ihnen nicht möglich war
Sponsoren zu finden.

Team EnVy erkämpft sich den Titel in der Apex-Liga der OGN
Team EnVy erkämpft sich den Titel in der Apex-Liga der OGN

 

Kann die OWL Sponsoring wieder attraktiv machen?
In einer Sache ist Blizzard mit der Overwatch League Vorreiter und Revolutionär in der
E-Sport Szene. In der OWL werden diverse Teams keine Regionen vertreten, sondern
Städte. Hierbei orientiert man sich an traditionellen Sportarten, wie zum Beispiel Fußball
und möchte die Bindung zwischen Fan und Organisationen stärken. Dies steht im
Kontrast zum konventionellen E-Sport Bereich, in dem es die Spieler sind, die
polarisieren und die Vereine meist nur im Hintergrund stehen. Christopher
„MonteChristo“ Mykkles, Kommentator der OGN, sieht in der OWL eine Chance für den
E-Sport endlich ernst genommen zu werden und die Lücke zwischen Tradition und
Moderne zu schließen.

Was wird aus den Teams?
Eine ungeklärte Frage ist unterdessen, was aus den bestehenden Teams werden soll.
Es gibt bereits viele E-Sport Organisationen, welche ein Overwatch Team führen und an
Turnieren weltweit teilnehmen lassen. Cloud9, Misfits und Co haben bereits Geld in ihre
Teams investiert und diese an Turnieren teilnehmen lassen. Es bleibt offen, ob und in
welcher Form diese Teams in die Overwatch League übernommen werden. Immerhin
bietet Blizzard mit der OWL ein festes Gehalt und somit, ähnlich dem Konzept der Liga
aus League of Legends, eine regelmäßige Einnahmequelle.

Das Team von Rogue gewinnt den Atlantic Showdown der ESL
Das Team von Rogue gewinnt den Atlantic Showdown der ESL

 

Fazit
Die Overwatch League hat zum Ziel neue Maßstäbe im E-Sport setzen, indem sie die
Tradition klassischer Wettkampfsysteme mit der Moderne der elektronischen Welt
verbindet. Die Teams werden an Städte gebunden und somit wird auch Menschen,
welche sich weniger gut in der E-Sport Szene zurechtfinden, der Einblick in diese neue
Welt erleichtert. Dies könnte der entscheidende Schritt sein um die Akzeptanz des
E-Sports in der breiten Gesellschaft zu forcieren.Im Bezug auf Kommunikation muss
Blizzard jedoch noch an sich und seiner Transparenz arbeiten, denn die Organisationen
und Spieler fühlen sich im Stich gelassen. Sollte es gelingen die letzten Ungereimtheiten
aus dem Weg zu schaffen, wird einem erfolgreichen Start in der E-Sport Szene nichts
mehr im Weg stehen.

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1 KOMMENTAR

  1. Guter Artikel. Hatte mich mit dem Thema noch gar nicht wirklich befasst. Dementsprechend hatte ich keinen Schimmer bis jetzt lmao.

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