DLC „Rogue One: Scarif“ – Review

Achtung: Könnte Spoiler von „Rogue One: A Star Wars Story“ enthalten

Für Star Wars Battlefront von EA und Dice waren insgesamt vier kostenpflichtige Erweiterungspacks geplant. Das vierte und letzte -„Rogue One: Scarif“- wurde am Dienstag den 06. Dezember für Season Pass Besitzer veröffentlicht. Es thematisiert, wie sich vermuten lässt, den Star Wars Standalone Film Rogue One: A Star Wars Story, der am 15. Dezember in die Kinos kam.

In diesem DLC wird der Planet Scarif fokussiert, der in dem Film eine sehr wichtige Rolle einnimmt und zu einer großen Schnittstelle wird. Scarif wird somit mit dem ersten, der aktuell drei geplanten, Standalone-Filme (außerhalb der „eigentlichen“ Star Wars Reihe) in das Star Wars Universum eingeführt. Doch bevor man den Planeten und seine Bedeutung, abgesehen von kurzen Ausschnitten aus Film-Trailern, im tatsächlichen Film sieht, kann man schon in diesem Erweiterungspack auf ihm spielen. Zudem ist ein neuer Modus spielbar, der drei Phasen durchläuft. Was genau das mit dem Film zu tun hat, wie der Film vom Spiel und umgekehrt profitieren, aber auch welche Probleme auftreten können, wird später noch erläutert.

Scarif Explosion

Neue Inhalte des DLC „Rogue One: Scarif“ und Überarbeitungen
Neuer Modus: Infiltration

Der DLC besteht, wie jeder der vier DLCs des Spiels aus einem neuen Modus und mehreren neuen Inhalten wie Waffen, Sternkarten, Maps und Helden. Bei „Rogue One: Scarif“ wurde, wie schon beim dritten DLC „Todesstern“, ein sogenannter Etappen-Modus eingeführt. Bei diesem Modus müssen in den drei verschiedenen Phasen bestimmte Ziele erreicht werden, damit man in die nächste Etappe kommt. Bei jeder einzelnen stehen sich dabei die Rebellen und die imperialen Sturmtruppen gegenüber und müssen das Ziel der Gegner verhindern, um selbst zu gewinnen. Der Modus und sein Ablauf werden im weiteren Beitrag im Zusammenhang mit dem Film erklärt.

Neue Helden

Die beiden neuen Helden die mit jedem DLC ins Spiel kommen sind im Fall von „Rogue One: Scarif“ Jyn Erso und Direktor Orson Krennic. Die beiden sind auch im Film die (Haupt-)Gegenspieler. Krennic kann durch seine Unterstützerrolle besonders im Einklang mit verbündeten Truppen glänzen. Jyn hingegen ist es auch alleine möglich es mit mehreren Gegnern aufzunehmen. In den verschiedenen Film-Trailern wird sie als „Reckless, aggressive and undisciplined“ (Rücksichtslos, aggressiv und undiszipliniert) beschrieben, was sich auch sehr gut im Spiel wiederspiegelt. Direktor Krennic hat den DT-29 und Jyn den vielseitigen A180-Blaster als Waffe. Auch diese beiden Waffen sind im Film zu sehen und werden vermutlich auch genutzt.

Neuer Skin

Da der Film eine Vielzahl neuer Sturmtruppen-Varianten in das Star Wars Universum einpflegt, konnte auch das Spiel durch einen neuen Skin profitieren. Der Küstentruppler bzw. der Küstentruppler-Captain (mit blauen Markierungen an der Rüstung) sind auch im Spiel verfügbar. Sie sind auf dem Dschungelplaneten Scarif stationiert und beschützen die Zitadelle, die im Film eine große Rolle spielt… Ihr einzigartiges Helmdesign ermöglicht es ihnen sich ungesehen im Dschungel zu bewegen.

Scarif Küstentruppler

Selbstverständlich wurden auch wieder einige Bugs und Fehler im Spiel mit diesem Patch korrigiert und die Vanilla-Helden wurden angepasst, damit sie den DLC-Helden nicht unterlegen sind.

Wieso Scarif als Schauplatz gewählt wurde

Der Grund, warum der Planet Scarif in diesem DLC fokussiert wird und nicht Jeddah, ist eigentlich ziemlich einfach erklärt: Auf Scarif werden Teile der „Superwaffe“ (des Todessterns) gebaut. Da der Todesstern und seine Baupläne im Film eine zentrale Rolle spielen, ist er grundlegend wichtiger- und schon jetzt deutlich bekannter als Jeddah. Außerdem ist über Jeddah (noch?) nicht so viel bekannt wie über Scarif. Dadurch konnte man sie leichter ins Spiel integrieren ohne den „Canon“ zu verletzten/missachten.

Auch wird ein komplett neues Flugzeug den Weg ins SW Universum finden: Der U-Wing. Dieses neue Rebellenschiff ist eine Art Truppentransporter, der jedoch auch über Feuerkraft und Schilde verfügt. Man erkennt ihn an seinen beiden Flügeln die er beim Fliegen nach hinten gestreckt hat, während sie beim Landen nach vorne zeigen.

Dieses Fahrzeug spielt sowohl im Film, als auch im DLC eine große Rolle. Mit ihm beginnt nämlich die erste Phase und somit der Einstieg in den neuen Modus. Auch in den anderen beiden Phasen ist er sehr wichtig, einmal zur Unterstützung und das letzte Mal zur Flucht…

Scarif Uwing Todesstern

Der neue Spieldmodus

Kommen wir nun zum neuen Modus von „Rogue One: Scarif“, der „Infiltration“ heißt. Er verfügt wie bereits erwähnt über drei Etappen, eine (die erste) über Scarif im Weltraum und und die zweite und dritte Phase auf Scarif selbst.

Phase 1

In der ersten Phase ist das Ziel der Rebellen mit einem U-Wing durch das Schildtor des Imperiums, das den Planeten von der Außenwelt abschirmt und schützt, zu gelangen. Dabei müssen die Mitspieler den U-Wing mit ihren X-Wings zu beschützen, sodass dieser das Tor erreichen kann. Wer den U-Wing fliegt wird zufällig ausgelost. Dafür gibt es mehrere Anläufe während die Zeit läuft. Das Imperium muss den U-Wing mit ihren TIE-Fightern zerstören und somit vom Erreichen des Schildtores abhalten. Dabei ist die Phase natürlich so eingerichtet, dass sie leicht machbar ist. Denn wenn die erste Phase aus der Sicht der Rebellen verloren geht, endet die Runde hier. Durch das Gewinnen wird dann die zweiten Phase erreicht.

 

Scarif Uwing Schild

Phase 2

Die zweite Etappe beginnt dann auf dem Planeten selbst. Die Rebellen stürmen aus dem U-Wing Transporter auf zwei Lagerstellen des Imperiums, die wichtige Informationen und Sicherheitskontrollen enthalten. An diesen Stellen ist jeweils eine Sprengladung angebracht, welche die Rebellen aktivieren und danach solange bewachen müssen, bis sie zur Explosion gebracht wurden. Das dauert eine Weile, sodass die imperialen Truppen, wenn sie die Rebellen ein wenig zurückdrängen konnten, die Bomben zwischendurch auch wieder deaktivieren können. Der Planet und die Umgebung sind dabei so designt, dass man bestimmte Wege nehmen muss, um bestimmte Ziele zu erreichen. Diese umfassen beispielsweise Pickups, Bomben oder Spawns. Das hilft dabei ein möglichst ausgeglichenes Spiel zu schaffen, damit es nicht zu leicht oder zu schwer für eine der beiden Seite ist sich eine gute Position zu sichern.

Wenn die Rebellen es dann geschafft haben die Transporter zur Explosion zu bringen geht es weiter in die dritte Phase. Das Bemerkenswerte hier ist allerdings, dass auch in einem Film-Trailer zu Rogue: One so ein Transporter in die Luft gejagt wird. Warum auch das wichtig ist erkläre ich nach der dritten Phase noch genauer, wo ein ebenso wichtiger Teil noch wartet.

 

Scarif Transpoter

Phase 3

In der letzten, dritten Etappe geht es dann ums Eingemachte: Die Rebellen müssen Datensätze klauen und damit zu ihrem Transporter, dem U-Wing gelangen, um zu fliehen. Wie sich eigentlich jeder vorstellen kann beinhalten diese Datensätze die Pläne des Todessterns, der auf dem Planeten konstruiert wird. Das sind genau die Pläne, von denen zu Beginn in Episode IV die Rede ist. Dort konfrontiert Darth Vader Leia Organa mit der Behauptung Pläne von Rebellen empfangen zu haben.

Die Pläne haben die Rebellen in der dritten Phase von Beginn an und müssen sich dann durch die imperialen Truppen kämpfen. Diese spawnen etwas weiter hinten, sodass sie die Rebellen nicht an deren Spawnpunkt bereits abfangen können. Auch dies dient der Ausgeglichenheit und Match-Balance. Sobald die Datensätze fallen gelassen werden (durch den Tod des Trägers) sind sie nur für eine kurze Zeit dort erneut aufnehmbar. Falls diese Zeit vorbei ist, müssen die Datensätze wieder am Anfangspunkt abgeholt werden. Werden die Pläne erfolgreich zum U-Wing gebracht gewinnen die Rebellen. Läuft die Zeit jedoch ab bevor das geschieht gewinnt das Imperium die Runde.

Scarif Imp Basis

Vorteile und Nachteile des neuen DLC

Nun kommen wir zu den Vorteilen und Problemen, die dieser DLC mit sich bringt.

Denn um diesen DLC überhaupt entwickeln zu können, mussten Teile des Entwickler-Teams von Star Wars Battlefront „Rogue One“ (zumindest zu großen Teilen) schon gesehen haben. Nur so konnten sie beispielsweise die Charaktere Jyn Erso oder Direktor Krennic im Spiel so umsetzen, wie die Charaktere im Film. Auch auf die Umgebung musste dabei geachtet werden.

Ein großer Vorteil davon ist, dass der Film und das Spiel voneinander profitieren können, denn Star Wars hat die größte Fanbase überhaupt, wenn es um berühmte Franchises geht. Somit fiebern Millionen von Menschen den Filmen entgegen, wie beispielsweise letztes Jahr Episode VII und nächstes Jahr Episode VIII usw.

Da „Rogue One: Scarif“ und der Film in direktem Zusammenhang zueinander stehen, werden so mehr Filmbesucher das Spiel testen und mehr Spieler den Film sehen wollen. So profitieren beide Seiten, weil es mehr Spielerzahlen (ergo auch mehr Geld) gibt. Zudem bezahlen aber auch mehr Menschen Geld um den Film zu sehen. Und natürlich ist es ein tolles Erlebnis, wenn man selbst in einem Spiel die Ereignisse eines Films nachspielen kann. Vor allem, da es einfach eine klasse Atmosphäre darstellt und somit ikonische Szenen erneut erlebt werden können.

Nichtsdestotrotz hat das Ganze natürlich auch negative Aspekte, vor allem weil der „Rogue One: Scarif“ vor dem Film veröffentlicht wurde. Da der Film ohne Zweifel das größere Ereignis ist, wurde diesem mehr entgegen gefiebert. Und was könnte die große Vorfreude zerstören? Richtig: Spoiler.

Wird der Film vom Spiel gespoilert?

Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Meiner Ansicht nach tut er das, und zwar an einer der vielleicht wichtigsten Stellen! Der Film dreht sich hauptsächlich um die Rebellengruppe, die es zwischen Episode III und IV geschafft hat, die Pläne des Todessterns zu stehlen. Doch wie diese gestohlen wurden, wurde bisher nie erzählt. Darauf beruht nun der am 15. Dezember erschienene, neue Film.

Damit kommen wir auch schon zu dem neuen Spiel-Modus von „Rogue One: Scarif“: „Infiltration“ – dieser Modus und seine Etappen wurden durch die Entwickeler dem Film nachempfunden. Somit weiß man schon, was es mit dem bis dato noch mysteriösen und unbekannten Schildtor auf sich hat. Auch wie die Rebellen auf Scarif gekommen sind und wie der imperiale Transporter in die Luft gejagt werden konnte, wird bereits gespoilert. Zudem sieht man schon wie sie wahrscheinlich am Ende mit den Plänen entkommen konnten.

Das Spiel muss sich an den Filminhalten orientieren

Der Hauptinhalt des Filmes besteht aus dem Manöver, um die Pläne zu stehlen. Er dreht sich beispielsweise nicht um die Nebengeschichte mit Jyns Vater, der den Todesstern mit-konstruiert hat, oder um das Handeln von Darth Vader. EA und DICE sind dazu verpflichtet den Star Wars Canon einzuhalten. Das bedeutet, dass sie Dinge im Spiel nicht anders darstellen dürfen, als sie im Film zu sehen sind. Das ist zum Beispiel der Grund, warum der Imperator kein Lichtschwert zum Blocken der Schüsse haben kann. Denn es steht in keiner Quelle zum Canon geschrieben, ob der Imperator zu dieser Zeit überhaupt noch sein Lichtschwert hatte.

Dementsprechend müssen sich die Entwickler auch beim „Rogue One: Scarif“ an die Story halten, was schlussendlich bedeutet, dass wir bestimmte Inhalte des Films schon früher kennen. Das empfinde ich persönlich als einzigen, aber dennoch ziemlich großen Nachteil. Inwiefern man die Inhalte des DLCs nun interpretieren darf, liegt natürlich an jedem Spieler selbst. Selbstverständlich wird dieser Modus nicht 1:1 die Geschehnisse wiederspiegeln, da man im Spiel immer eine gewisse Balance finden muss. Trotzdem verriet uns dieser DLC schon ein paar Details des Filmes, der rund 1 ½ Wochen nach dem Erweiterungspack in Deutschland erschienen ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass „Rogue One: Scarif“ ein großer Erfolg ist, und alle davon profitieren, denn so werden die eher leereren Spielserver wieder aufgefüllt. Zudem gehen mehr Leute ins Kino. Die Inhalte des DLCs sind fantastisch und die Grafik und Atmosphäre wie immer atemberaubend. Außerdem gibt es wieder mehr Abwechslung. Der Kritikpunkt des eventuellen Spoilerns ist dadurch nicht mehr als allzu gravierend zu betrachten- zumindest aus meiner persönlichen Sicht.

 

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